Heinz Stahlhut’s Text über das Bild La Danse beginnt fulminant: „Da ziehen sie hin, Männer und Frauen, mit hochgereckten Armen, man meint das Jauchzen, das schrille Pfeifen der Flöten und das Scheppern der Becken zu hören!“ schreibt er.
Um den Leser in die Perspektive des außenstehenden Zuschauers und durch eine etwas archaische Form in eine vergangene Epoche zu versetzen, übersetzte ich: „There they go, men and women rushing by, arms aloft. You can almost hear their whooping, the shrillness of the flutes and the crashing of the cymbals“. Die beinahe Alliteration von „Pfeifen“ und „Flöten“ lässt sich im Englischen nicht wiedergeben, also erzeugte ich durch eine Assonanz von U-Lauten bei „whooping“ und „flutes“ einen ähnlichen Effekt.
„Alles ist in Bewegung, und sei es ein Hinstürzen und dabei Andere mit sich Reissen“, so Stahlhut weiter. Auf Englisch: „Everything is in motion, tumbling headlong, tearing others along in its wake.“ Das „crashing“ im vorhergehenden Satz nimmt das unkontrollierte „tumbling“ vorweg. Die t-Laute bei „tumbling“ und „tearing“ werden durch deren Alliteration verstärkt und explodieren im Mund. Die zahlreichen Verlaufsformen („-ing“) bringen Dynamik ins Spiel und drücken die Gleichzeitigkeit mehrerer Handlungen aus.
Doch dann stockt das Tempo: „Angesichts dieser rauschhaften Dynamik des monumentalen Gemäldes La Danse, […] fällt einem erst auf den zweiten Blick auf, dass keine der Figuren ein Gesicht hat. Mund, Nase, Augen fehlen, die Flächen sind blank, oft auch wie zugemalt oder besprayt, als habe der Künstler jede Andeutung von Gesichtszügen vermeiden oder löschen wollen“.
Auf Englisch: „Lars Teichmann’s La Danse […] is monumental, and euphoric in its dynamism – but it’s not until you look more closely that you realise not a single figure has a face. No mouth, no nose, no eyes. Just a blank space, sometimes painted or sprayed over. It’s as though the artist had intentionally avoided or completely erased any suggestion of facial features.” Durch „no mouth, no nose, no eyes“ erfolgt ein Übergang zu langsameren, rhythmischen Zweiergruppen von einsilbigen Worten – ein Effekt, der sich in Wortpaaren wie „blank space“, „painted/sprayed“, „avoided/erased“ fortsetzt.